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Soller AG
Basels einzige Lastwagenfabrik
Offensichtlich war Eugen Soller für Basels Industriegeschichte nicht ganz bedeutungslos. In der Absicht Omnibusse zu bauen, gründete er am 10. Juli 1905 die Firma Soller AG und entwickelte ein Lastwagenchassis samt eigenem, sehr eigenwilligem Antriebsstrang. Das besondere daran war der "Patent Soller 4-Takt-Motor", ein so genannter "Gegenkolbenmotor". Er wies lediglich einen mächtigen, querliegenden, beidseitig offenen Zylinder auf. Die Kraft der zwei gegeneinander wirkenden Kolben wurde mittels je zwei Pleueln, Kipphebel und zwei weiteren Pleueln auf die darunter, in Fahrrichtung liegende Kurbelwelle übertragen. In der Zylindermitte war die Brennkammer aufgesetzt, in der die zwei Ventile und die Zündkerze lagen. Die Leistung wurde mit 16 bis 24 PS bei 480 bis 500 U/min., die Höchstgeschwindigkeit, je nach Beladung, mit 8 - 12 km/h beziffert. In der Fahrzeugmitte lag ein mächtiger Getriebekasten mit integrierter Kupplung und Differential. Der Antrieb der Hinterachse erfolgte, wie damals üblich, über Ketten. Gegen 1'000 Lastwagen mit einer Nutzlast von 3 bis 15 Tonnen soll Soller zwischen 1905 und 1923 ausgeliefert haben, wobei bereits 1917 die Serienproduktion von Lastwagen eingestellt worden war. Ab 1917 nannte sich die Firma "Gesellschaft für mechanische Industrie, vormals Soller AG" und befasste sich mit dem Bau verschiedenster, z. T. selbst entwickelter Maschinen. Daneben führte man einen Garagenbetrieb, der bereits 1931 liquidiert wurde.
Gegenkolbenmotoren in ansehnlichen Stückzahlen bauten u. a. die Dessauer "Junkers Flugzeugwerke", die sie auch in Flugzeuge eingebauten sowie Sulzer Winterthur. Dies waren allerdings ventillose Zweitakt-Dieselmotoren mit je einem zusätzlichen Spülkolben pro Zylinder.
Gegenkolbenmotoren in ansehnlichen Stückzahlen bauten u. a. die Dessauer "Junkers Flugzeugwerke", die sie auch in Flugzeuge eingebauten sowie Sulzer Winterthur. Dies waren allerdings ventillose Zweitakt-Dieselmotoren mit je einem zusätzlichen Spülkolben pro Zylinder.

EUGEN SOLLER AM STEUER EINES 5.5 TONNEN SOLLER-LASTWAGENS, DER MIT MUNITIONSKISTEN BELADEN IST. DIESES FAHRZEUG NAHM AN DER WETTFAHRT VON PIACENZA TEIL UND GEWANN DEN ERSTEN PREIS DES MINISTERIUMS FÜR ACKERBAU, INDUSTRIE UND HANDEL.



